Der nextleader benötigt natürliche Führungsautorität

von Kristiana Dzhordzheva (Kommentare: 0)

Ist es selbstverständlich, dass Führungskräfte automatisch auch über Führungsautorität verfügen? Und wenn ja, wie sieht sie konkret aus? Führung bzw. ein Führungsstil kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Von autoritär über kooperativ bis hin zu Laissez-faire, alles vorstellbar und umsetzbar. Nur - womit hat der nextleader - also die Führungskraft von morgen - am meisten Erfolg? Welches ist der wirksamste Weg? 

 

Ist es besser, geliebt oder gefürchtet zu werden?

Dazu muss man zuerst wissen, dass bevor wir zu einem Urteil über eine Person kommen, wir alle - und demzufolge auch Mitarbeiter im Hinblick auf die Führungskraft - zwei Faktoren berücksichtigen:

  1. Wie liebenswert ist dieser Mensch (Menschenfreundlichkeit/Warmherzigkeit)?
  2. Wie mächtig (Kompetenz/Stärke) ist sein Wesen?

Es handelt sich, unabhängig von der richtigen Benennung, unstrittig um zwei der wichtigsten Dimensionen bei der Beurteilung von Menschen. Weil sie Antworten auf die Fragen liefern, welche Absichten ein anderer mir gegenüber verfolgt und sie oder er auch in der Lage ist, diese umzusetzen? Psychologische Studien belegen, dass die beiden Dimensionen zu mehr als 90 Prozent für den positiven oder negativen Eindruck verantwortlich sind.

Führungskräfte von heute tendieren dazu, vor allem ihre Stärke auszuspielen und die Warmherzigkeit hintenanzustellen. Das ist aber der falsche Weg für den nextleader. Denn Angst ist ein schlechter Ratgeber. Sie kann die Kreativität und die Offenheit einschränken und dazu führen, dass Mitarbeiter nicht mehr weiterkommen oder sich sogar komplett zurückziehen.

Daher sollte der nextleader zuallererst als warmherzig wahrgenommen werden. Denn nur auf diesem Wege kann Einflussnahme gelingen. Warmherzigkeit schafft Vertrauen und fördert die Kommunikation und die Aufnahme von Ideen. Wichtig dabei für den nextleader: im Austausch stehen und eine Beziehung aufbauen, offen sein für die Belange des Mitarbeiters.

Denn – Führungskräfte, die zwar Stärke ausstrahlen, aber kein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben, begeben sich in die Gefahr, kontraproduktive Verhaltensweisen bei den Mitarbeitern auszulösen. Menschen etwa, die als kompetent, aber kalt eingeschätzt werden, lösen Neid aus, welcher sich aus Respekt aber auch Abneigung zusammensetzt. Menschen, die dagegen als warmherzig, aber inkompetent gesehen werden, lösen bei den Mitarbeitern eher Mitleid aus. Beides nicht wirklich optimal.

Hohe Menschenfreundlichkeit auf Seiten der Führungskraft gepaart mit hoher Kompetenz sorgt bei den Mitarbeitern für Bewunderung und aktiven Einsatz. Die optimale Führung, liegt demnach in einem ausgeglichenen Zusammenspiel von Beziehungskompetenz und Stärke.

So entsteht natürliche Führungsautorität.

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