Der nextleader gewinnt über Vertrauen

von Michael Kühner (Kommentare: 0)

Vertrauen ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Integrität und Zutrauen

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ ist ein häufig genutztes Zitat in der Zusammenarbeit, welches Lenin zu geschrieben wird. In der Beziehung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter ist es zumeist Aufgabe der Führungskraft, die delegierten Aufgaben zu kontrollieren, da Fehler andernfalls auch der Führungskraft selbst zuzuschreiben sind. Daher wird häufig in Kompetenzmodellen für Führungskräfte auch der Aspekt der Delegation mit Kontrolle verbunden.

In einer Welt, die zunehmend dynamischer und komplexer wird, nehmen auch die Herausforderungen für Führungskräfte stetig zu. Zahlreiche Fachartikel und Studien belegen, dass Vertrauen in der Führungsbeziehung immer wichtiger wird, um Mitarbeiter zu motivieren und bessere Leistungen zu erzielen (Beitrag Haufe).

Doch die Vertrauensbeziehung allein vor dem Hintergrund der Mitarbeitermotivation zu betrachten ist nicht mehr ausreichend. Vertrauen liegt irgendwo in dem Bereich zwischen Wissen und Nicht-Wissen. Denn wer alles weiß, muss auf das Wissen anderer nicht vertrauen. Und wer nichts weiß, kann wiederrum auf andere nicht vertrauen, sondern nur hoffen, dass andere es schon machen werden. Denn ein gewisses Basiswissen ist notwendig, um sich mit den Inhalten auseinandersetzen zu können.

Nun wird Wissen aber zur Basis unserer Arbeit und der next Leader hat gar keine Möglichkeit, alles wissen zu können. Seine Mitarbeiter werden viel differenzierter in jeweiligen Themengebieten informiert sein, als es für den next Leader möglich ist, da Spezialisten- und Expertenrollen zunehmen. Der next Leader muss den Überblick behalten und gleichzeitig genügend Fachwissen aufweisen, um die Arbeiten  einschätzen und kontrollieren zu können. In den tiefgreifenden Inhalten muss er aber auf das Wissen seiner Mitarbeiter vertrauen können. Zudem wird er im Kontext von flexiblen Arbeitsort- und -Zeit-Modellen sowie virtuellen Teams, schnell wechselnden Anforderungen und Rahmenbedingungen selbst auf das Vertrauen seiner Mitarbeiter angewiesen sein, sonst bleiben Commitment und Engagement schnell auf der Strecke und die Mitarbeiter suchen sich ggf. andere Leader, denen sie mehr vertrauen.

 

Doch wie entwickelt der nextleader eine vertrauensvolle Beziehung?

Vertrauen kann immer ausgenutzt werden, wenn die dafür notwendige Basis nicht vorhanden ist. Was kann also der next Leader tun, um Vertrauen aufzubauen?

Zunächst spielt die Vorbildfunktion der Führungskraft eine besonders wichtige Rolle, um Integrität zu verkörpern. Denn wer etwas ankündigt, erzeugt Hoffnung. Wer dies auch wiederrum umsetzt, handelt integer und erzeugt Vertrauen in die eigene Person. Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit sind die wichtigsten Treiber von Integrität des next Leaders. Das Problem: Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit müssen hart erarbeitet werden aber können rasant schnell wieder verloren gehen, wenn man einmal richtig enttäuscht hat.

Ein zweiter Aspekt ist das Zutrauen in die Führungskraft. Hier geht darum, inwiefern die Führungskraft Veränderungen umsetzen, Probleme lösen oder aber mit Druck umgehen kann. Dieses Zutrauen in die Führungsfähigkeit wird geprägt durch natürliche Stärke (nicht Positionsmacht) und Kompetenz, die die Führungskraft ausstrahlt. Im Zusammenspiel aus Zutrauen und integrem Handeln ergibt sich eine vertrauensvolle Beziehung, die den Mitarbeiter auch folgen lässt ohne dass es ständiger Kontrolle, Abstimmung und Anweisungen bedarf. Das wird das Leben eines next Leaders sehr viel einfacher machen.

 
Vertrauen ist das Ergebnis von Integrität und Zutrauen

 

 

So bleibt schließlich für den next Leader festzuhalten, dass Kontrolle zwar gut und ein Stück notwendig ist, aber nicht immer vollumfänglich möglich ist. Daher ist Vertrauen besser und das Mittel, um beim Mitarbeiter gewinnen zu können.

 

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